Vogel des Jahres 2010
Die Feldlerche : Vogel des Jahres 2010
Die Feldlerche ist ein typischer Bewohner der offenen Feldflur. Sie ist überwiegend braun gefärbt und als Bodenbrüter optimal getarnt. Der Rücken ist bräunlich-schwarz gestreift. Die äußeren Schwanzfedern sind weiß, was man gut erkennen kann, wenn die Feldlerche auffliegt. Bei Erregung kann sie ihre Scheitelfedern aufstellen. Die hiesigen Feldlerchen ziehen ab September/Oktober nach Süden (Mittelmeerraum/Nordafrika) und kehren ab Februar wieder zurück.
Nahrung
Sie frisst im Winter vor allem Samen und Pflanzenteile, deshalb sind Stoppelfelder im Winter sehr wichtig. Während der Aufzucht der Jungen im Frühjahr und Sommer: Insekten, Spinnen und Kleintiere am Boden.
Wanderung
Feldlerchen gehören zu den Kurzstreckenziehern und verbringen den Winter im Mittelmeergebiet.
Vorkommen
Sie kommt in ganz Europa und Teilen Asiens und Nordafrikas vor.
Fortpflanzung
Auch wenn sie bereits im Februar aus ihrem Winterquartier zurückkommt, beginnt der Nestbau erst Mitte April. Typische Standorte sind Felder oder Wiesen mit niedriger Vegetation (ca. 15- 20 cm) wobei die Bodenbedeckung eher spärlich sein sollte. Das Gelege besteht aus 4- 5 hell bis dunkelbraunen Eiern, die während 12 Tagen ausgebrütet werden. Nach weiteren 7- 11 Tagen verlassen die Jungen das Nest, können aber erst nach 15 Tagen fliegen. Mit 19 Tagen können sie selbstständig Futter suchen und sind etwa mit 30 Tagen selbstständig.
Verhalten
Zur Revierabgrenzung schraubt sich das Männchen singend in die Luft und umkreist das Revier. Dieser trillernde Gesang ist typisch für die Feldlerche und kann oft ohne Pausen im Flatterflug und manchmal sogar mit Nahrung im Schnabel aus großer Höhe vorgetragen werden.
Gefährdungen
Die Bestände der Feldlerche sind während der letzten 40 Jahre in ganz Europa dramatisch zurückgegangen.
So ist aus einem Allerweltsvogel eine mittlerweile bedrohte Vogelart geworden. Dies liegt an einer Vielzahl von Ursachen:
Wenn die Feldlerche Anfang/Mitte April mit der Brut beginnt sucht sie sich in Getreide- und Wiesenflächen eine geeignete Stelle aus. Das sind meist brachliegende Äcker, biologisch angebaute Felder und Wiesen, Felder mit Sommergetreide, Viehweiden sowie Ackerrandstreifen. Die Vegetation darf zur Zeit des Nestbaus noch nicht zu hoch sein. Diese Bedingungen findet die Feldlerche aber nicht mehr in ausreichendem Maße. Felder, die schon mit Wintergetreide bestellt sind, sind im April schon zu hoch und auch für eine 2. Brut im Mai/Juni ungeeignet.
Zu dieser Jahreszeit kann sie in noch frisch gemähten Wiesen, Weiden oder im Sommergetreide brüten.
Ein weiters Problem ist die Nutzung der Feldränder. Oft wird bis zum Feldrand gepflügt, gedüngt und gespritzt. Damit fehlt ebenfalls Fläche, die sich zum Brüten eignen würde. Werden Insektizide (Insektenbekämpfungsmittel) ausgebracht, wird auch die Nahrung für die jungen Feldlerchen vernichtet.
Feldlerchen, die auf Mähwiesen brüten, laufen Gefahr ausgemäht zu werden. Da die Wiesen gedüngt sind, wächst das Gras im Frühjahr bei warmem Wetter sehr schnell. Eine Feldlerche, die Ende April mit der Brut beginnt, schafft es nicht ihre Kücken groß zu ziehen, bevor der Kreiselmäher die Wiese bearbeitet. Je nach Entwicklungsgrad werden die Eier oder die jungen Kücken ausgemäht.

Dokumentation und zusätzliche Informationen
Wenn Sie mehr über Biodiversität in der offenen Landschaft und den Vogel des Jahres erfahren möchten, dann können Sie die Broschüre hier herunterladen oder erhalten diese im Haus vun der Natur, route de Luxembourg,
L- 1899 Kockelscheuer