Vogel des Jahres 2007
Der Zaunkönig
Vogel des Jahres 2007
Den „Zonkebutz“ oder „Maiskinnek“ (lux.)
Der Zaunkönig ist einer unserer kleinsten gefiederten Freunde. Mit seinen 7gr wird er lediglich vom Zilpzalp (~6gr) und von den Goldhähnchen (~5,5gr) unterboten. Zum Vergleich: ein Zuckerstück wiegt um 6gr!
Oberseits warm braun, unterseits hell braun gefärbt ist der Zaunkönig perfekt an seinen Lebensraum angepasst. Der helle Überaugenstreif fällt meist nur auf den Fotos auf; zu unruhig bewegt sich das Federknäuel im Unterholz umher.
Unordnung ist Trumpf. Oft wird der Zaunkönig eher im Unterholz umherhüpfend als frei fliegend beobachtet. Mit seinen kurzen, runden Flügeln huscht er durch das Dickicht. Besiedelt wird das dichte Unterholz der Wälder, Gestrüpp und Gebüsch, Hecken der Parks und Gärten mit verwildertem Charakter. Dabei ist eine gewisse Vorliebe zur Gewässernähe festzustellen.
Der typische Insektenfresserschnabel ist recht lang und leicht nach unten gebogen. In verfilzten Grasnarben, im dichten Astwerk stets in gewisser Bodennähe begibt sich der Zaunkönig auf die Suche nach Insekten und deren Larven, kleinen Spinnen und Würmern.
Gleich mehrere kugelförmige Nester mit seitlichem Einschlupfloch, gebaut aus Ästchen, Blättern und Moos, werden der Königin angeboten. Sie polstert das Nest aus und brütet die 5 bis 8 Eier alleine aus. So kann sich der König weiteren Weibchen widmen.
Die meisten der unauffällig gefärbten Vögel beeindrucken durch ihren Gesang. So wird auch Herr König meist anhand seines Gesangs oder den Warnrufen festgestellt. Der Warnruf, mehrere metallene „Teck“ ’s, erinnert an zusammenstoßende Eisenmurmeln. Der Gesang dieses kleinen Vogels ist extrem laut. Trillernde und flötende Lautreihen werden oft von scharfen und hohen Pfeiftönen unterbrochen.
Der Zaunkönig ist der einzige Vertreter seiner Familie in Europa; die Verwandtschaft besiedelt vor allem Süd- und Mittelamerika. Unser kleiner König hat sich von hier aus über Nordamerika, die Beringstrasse nach Asien, Europa und Nordafrika ausgebreitet. Ein echter Weltbürger also. In Luxemburg und Europa ist er recht gut vertreten; sein Bestand gilt als gesichert.
Auch wenn der Unterholzbewohner zahlenmäßig am häufigsten in strukturreichen Laubwäldern anzutreffen ist, so ist der Siedlungsraum für den Zaunkönig von großer Bedeutung. Die Revierdichte kann hier erstaunlich hoch sein. Somit liegt es in der Hand der Gartenbesitzer und den Zuständigen der Gemeinden für die Schaffung von naturnahen Gärten und Grünanlagen zu sorgen. Um so einen Lebensraum für den Zaunkönig und seine Gefolgschaft von zum Teil bedrohten Tierarten anzubieten.
Wie kann Zaunkönig & Co geholfen werden? Ganz einfach: sorgen Sie für eine „wilde Ecke“ im Garten, mit einheimischen Sträuchern, als dichte Mischhecke mit Unterschlupfmöglichkeiten zwischen dem Geäst. Hierum wird das Gras nur selten gemäht. Eine Stauden- und Kräuterecke, Haufen aus zusammengerechtem Laub und Reisig, ein Holzstapel, eine Fassadenbegrünung aus Efeu oder Wildem Wein, eine Trockenmauer, ... bilden wichtige Elemente für den Zaunkönig. Pedantisches Aufräumen, Englischer Rasen, kastenähnlicher Heckenschnitt bekommen dem „König der Gartenvögel“ überhaupt nicht.